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Was ist ein Lokaler Aktionsplan (LAP)?

Lokale Aktionspläne sind konkrete, vor Ort ausgearbeitete Konzepte, die Vielfalt, Toleranz und Demokratie vor allem unter Jugendlichen stärken sollen.

Hier arbeiten die Kommune und lokale Akteure der Zivilgesellschaft - von Kirchen über Vereine und Verbände bis hin zu engagierten Bürgerinnen und Bürgern - eng zusammen.

Sie entwickeln gemeinsam eine Strategie für Toleranz und Vielfalt, für demokratisches Handeln und gegen rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen vor Ort. So verhindert dieses dichte Netzwerk der demokratischen Kräfte, dass sich gefährliches Gedankengut unter Kindern und Jugendlichen in der Region ausbreiten kann.

Wie arbeitet ein Lokaler Aktionsplan vor Ort?

Zulauf rechtsextremer Parteien, zahlreiche Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund, verstärkte Freizeitangebote rechtsextremer Organisationen, offene Fremdenfeindlichkeit unter den Fans des heimischen Fußballvereins - wenn solche Warnsignale sichtbar werden, dürfen die demokratischen Kräfte vor Ort nicht die Augen verschließen. Sie müssen aktiv werden. Ein Lokaler Aktionsplan, der ganz auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt ist, zeigt Wege und Möglichkeiten auf, die zum Erfolg führen.

Eine im Bundesprogramm geförderte Stadt ist zum Beispiel über ihren Lokalen Aktionsplan überall dort mit Aufklärungsaktionen vor Ort, wo Rechtsextreme ihr Gedankengut verbreiten:

  • an Schulen,
  • in  Sportvereinen oder
  • auf Volksfesten.

Eine Ideenwerkstatt für kreatives Arbeiten gegen Rechtsextremismus ist in dieser Stadt zum Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger geworden und ein neues Schülernetzwerk fördert das Verständnis von Jugendlichen für demokratische Beteiligung.

Auch die ortsansässigen Unternehmer werden über regelmäßige Treffen in den Lokalen Aktionsplan eingebunden.

Wie sehen die Zahlen und Fakten aus?

Im Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT“ (Programmlaufzeit 2007 bis 2010) wurden 90 Lokale Aktionspläne gefördert. Die Kommunen und Landkreise wurden dabei unterstützt einen Lokalen Aktionsplan aufzubauen und in der Folge umzusetzen. 84 Lokale Aktionspläne haben sich entschieden auch im Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ ihre Arbeit fortzusetzen. Zur nachhaltigen Sicherung ihrer erworbenen Kenntnisse werden sie auch im neuen Bundesprogramm gefördert.

Gleichzeitig wurden im Rahmen eines bundesweiten Interessenbekundungsverfahrens 90 neue Kommunen und Landkreise ausgewählt, die einen Lokalen Aktionsplan entwickeln und umsetzen. Ein begleitendes Coaching unterstützt die 90 Kommunen und ihre Partner bei der Entwicklung und Umsetzung der Lokalen Aktionspläne. Somit werden im Bundesprogramm TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN aktuell 174 Lokale Aktionspläne aus Bundesmitteln unterstützt. Die Förderbedingungen sind den Förderleitlinien zu entnehmen.

Die Lokalen Aktionspläne werden vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS, Frankfurt am Main) und von Camino – Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich gGmbH (Berlin) wissenschaftlich begleitet. Die Programmevaluation leistet das Deutsche Jugendinstitut (DJI), Außenstelle Halle.

Welche Ziele werden im Bezirk Mitte mit dem Programm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ im Lokalen Aktionsplan verfolgt ?

Leitziel 1:

Kompetenzstärkung schulischer und außerschulischer AkteureInnen für eine gelebte Demokratie

  • Qualifizierungsprojekte und Fachtagungen zu den Themen Extremismus und Demokratiefeindlichkeit, mit  dem Ziel, Theorien und Argumentationsmuster zu erkennen
  • Vermittlung religionskundlicher Grundkenntnisse von AktuereInnen in Schulen und Jugendeinrichtungen
  • Erhöhung der Gender-Diversity  Kompetenz schulischer und außerschulischer AkteurInnen durch Sensibilisierung und Workshops
  • Hinterfragen bzw. Mindern von  Vorurteilen und Sterotypen gegenüber Roma und Sinti durch Aufklärungsarbeit bei SchülerInnen und anderen schulischen AkteurInnen


Leitziel 2:

Gestaltung von Schule und Sozialraum als demokratischer Lebensort

  • Schaffung und Ausbau von Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche in Schule und Sozialraum
  • Öffnung der Schulen für Diversity-Prozesse
  • Stärkung von Konfliktlösungskompetenz bei schulischen und außerschulischen AkteureInnen


Leitziel 3:

Vernetzung von Schule und schulischem Umfeld

  • Ausbau von Kooperationen mit NetzwerkpartnerInnen in den Themenfeldern Religion, Extremismus und Identität
  • Durchführung von Vernetzungs-  und Koordinationsprojekten für alle in unterschiedlichen Themenfeldern arbeitende AktuereInnen im Fördergebiet
  • Austausch- und Begegnungsprojekte unterschiedlicher Zielgruppen im Fördergebiet und über das Fördergebiet hinaus